Willkommen in unserem Newsfeed!
Hier informieren wir Sie regelmäßig über alles Wichtige wie beispielsweise neue Projekte sowie den Stand bereits angegangener Projekte, Spendenaktionen, Flohmärkte und über das Leben unserer bereits vermittelten Schützlinge.

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Um dem Vorweihnachtsstress ein wenig entgegen
zu arbeiten, veranstalten wir dieses Jahr ein gemütliches Beisammensein mit Glühwein, Kaffee, Kakao, Waffeln, Crepes, Keksen und Co.
Natürlich denken wir auch bei solch einem Event an unsere Schützlinge in Spanien und werden eine Spendendose aufstellen, in der Hoffnung unsere aktuellen Notfelle unterstützen zu können. Wir freuen uns auf Euch!

Perla

November 2017: Liebe Grüße von Perla! Die vielen Glückwünsche und Daumendrücker haben geholfen. Die Op ist gut verlaufen und jetzt heißt es schonen, laut Anweisung vom Tierarzt. Na das lässt sich Perla nicht zwei mal sagen, sie schläft jetzt erstmal ihren Rausch aus.

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November 2017: Perla (Mitte) hat morgen ihren ganz großen Tag.
Morgen beginnt für die Maus ein neues Lebensgefühl. Um 11:30 unterzieht ein Spezialist eine Osteotomie an der kleinen Perla.
Osteotomie bezeichnet ein Operationsverfahren, bei dem ein oder mehrere Knochen geziehlt durchtrennt werden, um Fehlstellungen zu korrigieren.
Der Tierarzt hat uns große Hoffnungen gemacht das die Fehlstellung bei der jungen Perla weitesgehend korrigiert werden kann.
Das wird sicherlich nicht ganz so einfach werden für Perla und ihrem Pflegefrauchen Petra. Nach der OP heisst es 4 Wochen Boxenruhe und viel Geduld.
Wir sind so aufgeregt und hoffen das Perla bald über wiesen und Felder flitzen darf. Damit wir Perlas Kostspielige OP bezahlen können, haben wir natürlich wieder allerhand geplant. Kalender, Kaffeekränzchen, Basar, Weihnachtskarten, Weihnachtsdeko. Die Gelder werden wie immer zu 100% für unsere Schützlinge genutzt.
Wir würden uns sehr über jegliche Unterstützung freuen.

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November 2017:

Wir läuten so langsam die Vorweihnachtszeit ein. Nachdem vorgestern einige eine Nachtschicht eingelegt haben um Schützlinge in Empfang zu nehmen, sind andere unserer fleißigen Bienchen schon wieder am Basteln. Noch wenige Wochen bis Weihnachten. Noch wenige Wochen bis wir alle wieder ein Gang zurückschalten, die Zeit mit unseren lieben genießen, in uns gehen und das Jahr Revue passieren lassen. Doch bis dahin geben wir nochmal so richtig Gas!
Einige kochen leckere Marmeladen und andere basteln fleissig Weihnachtskarten und Weihnachtsdekoration. Die Weihnachtsdekoration macht sich hervorragend am Weihnachtsbaum oder eignen sich um eure Weihnachtsgeschenke hübsch zu dekorieren. Der gesamte Erlös geht wie immer zu 100% unseren Schützlingen zu Gute. Die Zutaten und Materialien werden von den Bastlern und Marmeladenfabrikanten komplett gespendet.
Ein großes Lob dafür!
Die Werke und Marmeladen können direkt bei uns oder auf unseren Märkten, gegen eine Spende erworben werden. Habt ihr spezielle Wünsche dann schreibt uns doch einfach an.

Bestell

Unser Kalender 2018 ist da!

Dieses Jahr gibt es gleich 2 Kalender voller glücklicher Hundeherzen-Apariv Hunde.

Zwei Frankfurter Künstler – Anja Ciomer und Gunter Regge – haben Hundeherzen mit ihrer Arbeit unterstützt und diese wunderschönen Kalender zu kreieren.

Die Aufnahmen sind bei drei sonntäglichen Fotoshootings entstanden. Es war eine Herausforderung für die Fotografen, Besitzer und Vierbeiner, kostete viele Leckerlies, hat aber allen Beteiligten viel Spaß gemacht.
Gerne hätten wir auch einen Kalender aus eingesendeten Fotos gezaubert, leider haben wir jedoch nur wenige Bilder erhalten und es hat für einen Kalender nicht gereicht. Wir bedanken uns dennoch ganz herzlich für alle eingesendeten Bilder!

Ein großes Dankeschön geht auch an Anja und Gunter für ihr Engagement!

Beide Kalender gibt es wahlweise in DIN A4 oder DIN A3. Sie sind hochkant auf schwerem Papier gedruckt und kosten 14,-€ (DIN A4) bzw. 19,-€ (DIN A3) zzgl Versand.

Und nun liegt es an Euch… bitte setzt das Engagement fort und kauft tüchtig Kalender. Der Erlös kommt zu 100% unseren Tieren von HHA zugute!

Bestellungen bitte per E-Mail an: kontakt@hundeherzen-apariv.org
Betreff: Kalender 2018
Bitte den Wunschkalender, die Größe und die Anzahl angeben und natürlich die Adresse.

HINWEIS: die Kalender werden ab dem 25. Nov. verschickt.

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Oktober 2017: Heute war ein aufregender Tag für viele unserer Schützlinge, unsere spanischen Mädels und unsere lieben Mitglieder und Freunde.

Tasha und Bolero landeten heute Vormittag in Stuttgart und wurden von Laura und Sylvie sehnlichst erwartet. Sie haben ganze 540km auf sich genommen um die zwei Schätze vom Flughafen abzuholen und in ihre Pflegestellen zu fahren. Vielen lieben Dank ihr lieben für den immensen Einsatz!!! Tasha und Bolero leben jetzt auf Pflegestellen im Raum Gießen und warten dort auf Ihre Traum Familien.
Einen noch viel größen Weg haben unsere Marion und Beate auf sich genommen. Sie sind kurzer Hand, auf eigene Kosten, heute früh nach Malaga geflogen und wenige Stunden später wieder zurück, nur um weiteren Katzen und Hunden zu Helfen in ihr neues Glück zu reisen. Das nennen wir unermüdlichen Einsatz für die, die keine Stimme haben. Tausend Dank!
Alle Katzen sind bereits vermittelt. Der kleine Chihuahua Spiry wartet auf seine eigene Familie in seiner Pflegestelle und auch die kleine Perla mit dem krummen Beinchen durfte in ihre Pflegestelle. Über sie werden wir separat berichten, denn wir möchten ihr Beinchen von einem Spezialisten richten lassen.

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Oktober 2016: Bei Margarita wurde ein Blasentumor diagnostiziert, der nun entfernt werden muss… Bereits die 3. OP in so kurzer Zeit an einem unserer Schützlinge… Für unterstützende Spenden sind wir mehr als dankbar!

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September/Oktober 2016: Unsere arme Uva hatte einen Bandscheibenvorfall, der operiert werden musste. Dringend suchen wir für sie eine Pflegestelle

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September 2016: Der dauerhafte Nickhautvorfall in Riojas linkem Auge wurde operiert und erfolgreich entfernt!

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September 2016: Dieser kleine Wonneproppen konnte gemeinsam mit seinen 3 Geschwistern von unseren Mädels vor Ort gerettet werden. Alle 4 warten nun auf ihr ganz eigenes Zuhause.

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September 2016: Unser Butch wurde von mehreren kurz aufeinander folgenden epileptischen Anfällen gequält. Nach einigen, leider sehr kostspieligen, Untersuchungen in einer Klinik konnte festgestellt werden, dass die Anfälle wohl durch einen Schlaganfall ausgelöst wurden. Er bekommt Tabletten, braucht jedoch ein ruhiges erfahrenes Zuhause, indem er umsorgt wird.
Spenden für Butchs Arztrechnung nehmen wir dankend an!

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Privater Hausflohmarkt in Wermelskirchen zugunsten von Hundeherzen!

Deejay

April 2016: Unsere zauberhafte Deejay wurde über Podencoworld nach Holland vermittelt.

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März 2016: Unsere Susie lebt nun in Paris!

Tony Henry

Henry (ehem. Tony) ist unser Held auf dem Agility-Platz! Schauen Sie sich das Neuste aus seinem Leben unter https://workingpodenco.wordpress.com/ an!

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Nicht nur beim Agility zeigt Henry sein ganzes Talent! Auch beim Trickdogging macht ihm so schnell keiner was vor!

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Marnie hat seit dem 14.06.2015 einen sicheren Platz!

Marnies langer Weg zu den Menschen

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Es war ein langer Weg, den Marnie zurück legen musste, um zu lernen, dass nicht alle Menschen sie schlagen und verjagen wollen! Dass es Menschen gibt, die sie lieben und hegen und pflegen und ihr ein „hundewürdiges“ Leben bieten. Bis aus der angsterfüllten, ständig gehetzten und sprungbereiten Hündin eine ruhige und vertrauensvolle Podenca wurde, die sich den Menschen geöffnet hat und „tiefenentspannt“ im Garten schläft. Doch hier nun eine kurze Darstellung dieses langen Weges.

Marnie ist „ein Kind der Straße“! Geboren wurde sie wohl, wie so viele Hunde in Spanien, irgendwo am Strand oder in den Bergen bei Rincon de la Victoria an der „Sonnenküste“ in Südspanien, nur einige Kilometer von Málaga entfernt ca. Ende 2011 / Anfang 2012. Wie es ihr ergangen ist, bis unsere spanischen Tierschutzfreunde sie Anfang 2013 zum ersten Mal am Strand gesichtet haben, können wir nur vermuten. Aber dass ihr Leben ihr bis dahin schon übel mitgespielt hatte, konnten unsere Tierschutzfreunde an ihrem ausgemergelten Körper und ihrer panikartigen Angst vor Menschen erkennen, als sie Marnie Ende 2013 endlich einfangen konnten.

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Mammy, wie sie zunächst liebevoll getauft wurde, lebte mit ihren Welpen am Strand, wo sie sich liebevoll um ihre Welpen gekümmert hat. Anwohner berichteten uns, dass Kinder sich einen „Spass“ daraus machten, sie zu jagen und mit Steinen zu bewerfen und auch ein älterer Herr schien nicht sehr erfreut über die Hündin am Strand, so dass er immer wieder versucht hat, sie mit einem Stock zu vertreiben. Man kann es ihr also nicht verübeln, dass sie vor Menschen panikartige Angst hatte und sich unauffällig und äußerst zurückhaltend verhielt. Doch die harte Schule ihres Lebens hatte die sehr intelligente Hündin gewitzt gemacht, so dass sie diesen Attacken weitgehend ohne schwerwiegende Verletzungen entging. Aber leider war es unter diesen Umständen auch für unsere spanischen Tierschutzfreunde extrem schwer die Podenca einzufangen, bevor sie den örtliche Hundefängern, in die Netze geriet und samt ihren Babies in der Perrera (Tötungsstation) landen würde, wo ihr Leben nur noch maximal 3 Wochen gedauert hätte. Im November 2013 gelang es endlich, Mammy und ihre damals ca. 8 Wochen alten Babies einzufangen. Da sie so scheu war, hat sich unsere Lola selber der jungen Mammy angenommen. Sie lebte mit ihren Babies bei Lola und lernte hier zum ersten Mal, dass nicht alle Menschen ihr Böses wollen. Mammy konnte sich ohne Angst um ihre Babies Magic und Maya kümmern und sie versorgen, bis diese als Junghunde von 4 Monaten ihre eigenen Wege gehen mußten. So wurde Lola zum ersten Menschen von dem sich Mammy freiwillig anfassen ließ. Da Mammy als „Straßenhund“ von unseren spanischen Tierschutzfreunden eingefangen wurde, mußte sie zunächst noch einige Monate auf unserer Auffangstation verbringen, bevor sie vermittelt werden konnte. Perverserweise sind die Tierschützer in Spanien verpflichtet, eingefangene Straßenhunde mindestens 6 Monate zu versorgen (falls sich der „Eigentümer“ melden sollte während die Tiere in der Perrera nach nur maximal 3 Wochen getötet werden, wenn sich kein „Eigentümer“ meldet was bei Straßenhunden wohl auch nicht zu erwarten ist). Für Mammy hatte diese Regelung jedoch auch etwas Gutes – Lola und ihre Helferinnen hatten Zeit, Mammies panische Angst vor Menschen zu versorgen.

Leider war Mammies tiefsitzende Angst in dieser Zeit nur in geringem Maße zu beseitigen. Marnie blieb eine scheue, sehr zurückhaltende Hündin, die auch weiterhin nur zu Lola und ihrer Betreuerin Vertrauen faßte. Fremden Menschen ging sie im wahrsten Sinn des Wortes in weitem Bogen „aus dem Weg“! So wurde bald klar, dass es mit den geringen Mitteln auf der Auffangstation kaum möglich sein dürfte, Mammy in einer überschaubaren Zeit ihre Ängste überwinden würde und Vertrauen zu Menschen zu finden. Dies ist nur bei Menschen möglich, die viel Erfahrung mit „Angsthunden“ haben und sehr sehr viel Zeit aufbringen können und äußerst viel Geduld haben, um Mammy diese Erfahrung zu vermitteln.

Um diese Menschen zu finden wurde Mitte 2014 begonnen, diese Menschen für Marnie (wie sie nun genannt wurde) durch Veröffentlichung ihres Profils in verschiedenen Tierschutztportalen und auf dieser Homepage zu suchen. Und nach weiteren Monaten, in denen einige Bewerber abgelehnt werden mussten, weil sie den hohen Anforderungen an die Menschen für Marnie voraussichtlich nicht genügen würden, schienen im Oktober 2014 die geigneten Menschen gefunden zu sein. In einem langen persönlichen Gespräch erfuhren wir, dass die Eheleute bereits seit Jahren Erfahrungen mit „Angsthunden“ hätten! Ihre wenige Monate zuvor verstorbene Hündin sei ein solcher Angsthund gewesen, der sich erst nach vielen Monaten intensiver Betreuung sehr sehr langsam geöffnet hätte und erst nach Jahren volles Vertrauen zu ihnen hatte. Es schienen die richtigen Menschen für Marnie zu sein, so dass sich Marnie, nach den üblichen Formalien, am 11.11.2014 auf den Weg nach Deutschland machen konnte.Wie sich kurze Zeit später herausstellte, war dies jedoch ein schwerwiegender Irrtum!

Erstaunlich war jedoch zu dieser Zeit eine andere Begebenheit. Da Marnie wegen ihrer Angst nicht von „normalen“ Flugpaten nach Deutschland begleitet werden sollte, übernahmen zwei Mitglieder des Vereins diese Aufgabe. Und das Erstaunliche – die sonst so zurückhaltende Marnie ließ sich von Lena, die sie erst wenige Tage vor dem Flug auf der Auffangstation kennen gelernt hatte, tatsächlich freiwillig anfassen. So wurde der Transport und die Übergabe an Marnies vorgesehenen neuen Menschen ein „Kinderspiel“. Marnie hatte den Flug offensichtlich entspannt und ruhig überstanden. Und nach erstem Kennenlernen ihrer neuen Menschen und dem nochmaligen ausdrücklichen Hinweis, dass Marnie extrem ängstlich ist und unbedingt doppelt gesichert werden muss, verabschiedete sich Lena von Marnie, in dem festen Glauben, eine weiteren Fellnase in ein gutes Zuhause übergeben zu haben.

Wie sich nur wenige Tage später heraus stellte, wiederum ein großer Irrtum!

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Schon 8 Tage später, am 18.11.2014 teilten die Adoptanten „offiziell“ mit, dass Marnie „entlaufen“ sei. Wie sich später herausstellte, durch gröbste Fahrlässigkeit der Menschen, die sich im persönlichen Gespräch als „angsthunderfahrene“ Hundehalter präsentiert hatten. In Gesprächen während späterer Suchaktionen stellte sich heraus, dass Marnie unangeleint und ohne Halsband außerhalb des umzäunten Garten laufen gelassen wurde. Und diese Gelegenheit hat die scheue Marnie nicht ungenutzt gelassen und damit eine  fast 7 monatige Suche initiiert.
Nachdem sie sich nur wenige Tage im Breich ihrer vorgesehenen neuen Heimat im Sauerland aufhielt und dabei alle Fangversuche mit Lebendfallen gewitzt zunichte machte, machte sie sich auf die „Wanderschaft“ Richtung Süden. In nur wenigen Tagen erreichte sie den Rand des Westerwalds (etwa 100 km entfernt). Dabei hielt sie sich, wie die Sichtungen zeigten, offenbar immer nur wenige Tage an festen Orten auf, bevor sie weiter zog und alle Such- und Fangversuche wurden zu Fehlschlägen. Obwohl sich Marnie etliche Male offen zeigte, so dass es zu vielen Sichtungen kam, mied sie instinktiv jedoch alle Helfer, die sie einfangen wollten.

Nur eines zeigte sich bald – bei Lena, die während der gesamten Suche beteiligt war, hatte sie anscheinend deutlich weniger Scheu sich zu nähern. Mehrer Male war sie bis auf wenige Meter an sie heran gekommen, doch leider nie so nahe, dass sie gehalten werden konnte. Und ein Weiteres zeigte Marnie ihren „Suchern“ – sie hatte als Straßenhund in Spanien eine Überlebensstrategie entwickelt, die es ihr sogar ermöglichte, die extrem kalten Wintertage in Deutschland unbeschadet zu meistern.

Im Januar 2015 änderte Marnie schließlich ihre Wanderroute und bewegte sich Richtung Bonn-Beuel – also dem Ort, wo Lena wohnt. Von da an bis sie im Juni gefangen wurde, hielt sich Marnie dauerhaft im engeren Umfeld Beuel auf.

Nahezu jedes Wochenende verbrachte das Suchteam des Vereins mit Such- und Fangaktionen. Aber die intelligente Podenca wich geschickt allen Fallen aus. Letztlich mußte der Verein einen professionellen Tierfänger beauftragen, Marnie durch einen Beteubungsschuß zu fangen, was schließlich im Juni 2015 gelang.

Diese wenigen Zeilen zu der 7 monatigen Suche nach Marnie bedeuten tausende Kilometer Autofahrten zu Sichtungspunkten durch die Mitglieder des Hundeherzen Apariv-Suchteams, allen voran durch Lena, die wegen ihres besonderen Verhältnisses zu Marnie die Aufgabe der Suchleiterin übernommen hatte, und Rainer, ihrem Vater (beide haben während der gesamten Zeit an allen Suchaktionen teilgenommen), sowie hunderte Stunden und Tage Suche an den Sichtungspunkten, nahezu jeden Tag, bei jedem Wetter – Schneefall und Regenschauer, manchmal auch bei Sonnenschein – bis zur völligen Erschöpfung. Sie Zeilen bedeuten auch ständig neue Hoffnungsschimmer – weil Marnie wieder gesichtet wurde und tiefe Enttäuschung, weil Marnie beim Eintreffen des Suchteams wieder einmal „spurlos“ verschwunden war, aber auch wütende Verständnislosigkeit ob der Tatsache, dass Menschen, die zumeist kaum mehr als Marnies Namen kannten, sie unter dem Deckmantel „Tierschutz“ in den sogenannten „sozialen Medien“  beschipften, beleidigten und verleumdeten und dies auch noch als „freie Meinungsäußerung“ deklarierten. Menschen, die nie gelernt haben, dass ein wesentliches Merkmal der demokratischen Freiheit die Tatsache ist, dass die Freiheit des einen dort endet, wo die Freiheit des anderen beginnt. Aber auch große Freude und Zuversicht, da sich immer wieder wirkliche Helfer und Freunde fanden, die die Suche nach Marnie unterstützten und gerade in Zeiten tiefster Enttäuschung Lena und Rainer und dem Suchteam immer wieder den Mut zum Weitermachen gaben, so dass letztlich mit der Hilfe des wohl besten Tierfängers in Deutschland Marnie gefunden und eingefangen werden konnte.

Hier die Suche nach Marnie mit Lenas Worten:


14. Juni 2015… Es ist 7 Uhr und ich knie neben Marnies bewusstlosem Körper im Gras.
Einige Tränen der Erleichterung rollen mir über die Wangen und die letzten 7 Monate laufen vor meinem inneren Auge erneut ab.

Auf den Tag genau vor 7 Monaten war Marnie ihren Besitzern nach nur 3 Tagen in Deutschland entlaufen. In der ersten Woche hielt Marnie sich noch in Lüdenscheid in der Nähe des Hauses der Adoptanten auf, doch rasch bewegte sie sich Richtung Süden.

Zunächst wurde uns von den Adoptanten versichert unsere Hilfe sei nicht nötig, man hätte alles im Griff. Doch rasch stellte sich heraus, dass dem nicht so war. Nach kurzer Zeit schaltete ich mich aktiv in die Suche mit ein und informierte alle Polizeidienststellen, Feuerwehren, Tierheime, sowie Tierschutzvereine im Radius von 150km um Lüdenscheid herum. Nach wenigen Tagen wurde Marnie in Gummersbach gesichtet, dort hielt sie sich allerdings nicht lange auf.
Ende November zog es sie dann nach Heddinghausen bei Nümbrecht. Ein nettes junges Pärchen rief uns an und berichtete uns Marnie an ihrem Haus gesehen zu haben. Noch am selben Abend machten mein Vater und ich uns auf den Weg ins rund 50km entfernte Heddinghausen. Als wir ankamen regnete es in Strömen und Rike, hochschwanger, und Fabian begrüßten uns freundlich und zeigten uns sofort die Stelle an der sie Marnie gesehen hatten. Trotz des Regens verbrachten sie noch einige Zeit mit uns im Freien und durchkämmten das Hofgrundstück nach Spuren, leider erfolglos. Als mein Vater und ich uns gerade auf den Heimweg machen wollten, etwa gegen 22 Uhr, leuchtete ich ein letztes Mal in das angrenzende Feld, weil ich das Gefühl hatte, dass irgendetwas in mir mich dazu drängte. Und da war sie! Ihre honigfarbenen Augen leuchteten im Schein der Taschenlampe und sie blickte neugierig in unsere Richtung, doch rasch stand sie auf und verschwand in die Dunkelheit.
Wir verabredeten uns mit Rike und Fabian, sowie mehreren Vereinsmitgliedern für den nächsten Tag zu einer Suchaktion.
Am nächsten Morgen versammelten wir uns bei Rike und Fabian und teilten uns in kleine Suchtrupps auf. Ich zog mit meinem Vater und Rike los, die trotz ihrer Schwangerschaft unermüdlich mit uns durch den Wald streifte. Später stießen wir auf den Suchtrupp um Iris Stumm mit ihrem Suchhund Cooper. Er nahm die Fährte von Marnie auf uns führte uns zu einem Komposthaufen, an dem deutlich zu erkennen war, dass sie es sich dort hatte schmecken lassen. Wir platzierten einen Haufen Futter dort und Rike und Fabian versprachen uns die Futterstelle am Abend, sowie am nächsten Morgen zu kontrollieren. Leider blieb auch dies ergebnislos – das Futter blieb unberührt.

MarnieWieder brachen bange Tage für uns an in denen wir nichts von Marnie hörten. Wir verteilten dennoch im großen Radius Flyer mit den wichtigsten Infos zu Marnie und meiner Handynummer darauf. Bald darauf kam eine Sichtungsmeldung: Marnie war nun in Waldbröl. In der Turnerstraße am Sportplatz sei sie gesehen worden. Sofort erklärten sich Rike und Fabian dazu bereit uns die Gegend zu zeigen, da sie sich dort auskannten. Zur Hilfe kamen noch unsere Vereinsmitglieder Cati und André Semmler mit. Wir suchten alles ab, doch ohne Erfolg. An jeden Laternenmast klebten wir ein Plakat mit Marnies Bild darauf. Nach einer Weile musste der Rest von uns heim, mein Vater und ich blieben noch und suchten weiter den Schnee nach Spuren ab und sprachen Leute an. Es war so bitterlich kalt und ich machte mir großen Sorgen, ob Marnie diese Kälte überstehen würde.
Auf unserem Weg trafen wir auf Anja R., die gerade ihr Pferd versorgte. Wir sprachen sie an, in der Vermutung Marnie könne sich einen Pferdestall suchen um sich um Stroh oder Mist zu wärmen. In der Tat hatte Anja Marnie nur kurze Zeit vorher gesehen. Sie hatte am Straßenrand im Schnee gelegen und sich gesonnt. Wir unterhielten uns eine Weile mit Anja und sie erklärte sich sofort bereit uns vor Ort zu helfen. Schließlich fuhren wir heim, um uns aufzuwärmen. Gerade durch die Tür bekamen wir den nächsten Anruf über eine Sichtung aus Ziegenhardt, einem kleinen Örtchen in der Nähe von dort wo Anja Marnie zuvor gesehen hatte. Mittlerweile war es draußen zwar schon dunkel geworden, aber wir entschlossen uns, es trotzdem zu versuchen. Ich rief Anja an und wir trafen uns an der Stelle an der Marnie gesichtet worden war. Natürlich war bis dahin wieder einige Zeit vergangen, da wir erst die rund 45km hinter uns bringen mussten.
Es war stockdunkel, auf den kleinen Sträßchen dort lag eine dicke Eisschicht und bei minus 10 Grad wehte ein eisiger Wind. Wir parkten vor einem griechischen Restaurant und sprachen die Leute drinnen an. Ein Mann hatte sie kurz zuvor in Richtung eines leerstehenden Hauses laufen sehen. Mit Taschenlampen machten wir uns auf den Weg dorthin. Noch heute läuft mir ein kleiner Schauer über den Rücken wenn ich daran denke, es war wirklich sehr gruselig dort mitten im Wald… Und
langsam fing die Verzweiflung an in mir zu keimen… Anja holte noch eine Bekannte namens Rudy mit ins Boot und wir versprachen in Kontakt zu bleiben.

Bereits am nächsten Tag bekam ich gegen frühen Mittag einen Anruf von Christian S., der mir sagte, seine Mutter sei sich sicher Marnie an ihrem Haus in Bladersbach gesehen zu haben. Dies war unweit des Örtchens an dem wir in der Nacht zuvor gewesen waren. Kurz darauf erreichte mich eine weitere Sichtung aus Bladersbach. Rudy und Anja fuhren Streife für uns, kontrollierten alle Sichtungspunkte und trafen Marnie tatsächlich des Öfteren an. Für das kommende Wochenende machten wir mit Familie S. ein Treffen aus und fuhren mit unserer Hündin Maria, die ebenfalls von APARiV kommt, nach Bladersbach. Mein Vater, Rudy und ich teilten uns auf, ich ging mit Maria und Leckerchen bewaffnet los. Plötzlich, mitten auf einer ruhigen Straße, kam Marnie mir entgegen. Sie schnappte sich ein Leckerchen, dass ich zuvor an den Grünstreifen gelegt hatte und sah mich an. Zwei Autos kamen und ich gab ihnen ein Signal, das sie runterbremsen sollten, was sie auch taten. Marnie hob den Kopf und kam zwischen den beiden Autos hindurch auf mich zu, den Blick fest auf mich gerichtet. Sie nahm Leckerchen aus meiner Hand und ich sprach leise mit ihr während sie mich neugierig ansah. Vom Ende der Straße aus beobachtete Rudy aus dem Auto heraus gespannt das Geschehen als plötzlich ein Bekannter an ihr Fenster trat und sie lautstark begrüßte. Das bekam Marnie natürlich mit und trat die Flucht an. Doch das war Marias Moment. Sie hatte Marnie zu diesem Zeitpunkt das erste Mal gesehen, doch instinktiv wusste sie, was zutun war. Sie nahm ihre Fährte auf, zog uns die Straßen hindurch über ein Feld auf dem so viel Schnee lag, dass wir bis zu den Unterschenkeln darin versunken und schließlich kamen wir an einem Reitstall heraus, wo sie nervös an den Heuballen schnupperte. Der Besitzer des Stalls sagte uns zu unserer Überraschung, dass er Marnie dort bereits habe schlafen sehen, aber nicht wusste wo der Hund hin gehöre. Maria hatte also tatsächlich Marnies Fährte aufgenommen! Das machte mir neuen Mut, ich ahnte jedoch zu diesem Zeitpunkt noch nicht wie hilfreich sie sein würde auf der Suche nach Marnie…

In Bladersbach hielt Marnie sich etwa eine Woche auf. Wir waren jeden Tag vor Ort, pflasterten den Ort und alle umliegenden Orte mit Plakaten, brachten Futter und informierten die Anwohner… Doch dann kam Silvester. Etwa eine Woche lang bekamen wir kein Lebenszeichen von Marnie bis endlich der erlösende Anruf einging: Jemand vermutete sie in Halft (Eitorf) gesehen zu haben. Ich fuhr mit meinem Vater sofort dorthin und traf mich mit Anna, der Sichterin. Vor Ort hatten auch noch einige andere Leute sie gesehen, wieder in der Nähe eines Pferdestalls. Ich stieg mit Maria aus dem Auto und sofort zerrte sie mich die Straße herunter. Das war äußerst untypisch für sie und ich wusste, sie hatte eine Spur. Sie zog mich zu einem Busch, an dem ich Haare fand, die mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit von Marnie stammten. Schnell zog sie mich weiter und blieb vor einer etwas erhöhten Grünfläche stehen und sah mich eindringlich an; ihre Art mir zu sagen „Da ist was!“. Ich sah über die Wiese und tatsächlich: dort lag Marnie unter einem Baum. Ich versuchte mich ihr zu nähern, doch sie floh. Wir platzierten Futter dort und Anna versprach die Futterstelle zu kontrollieren und bei Bedarf aufzufüllen. 2 Tage lang fraß Marnie dort, dann zog sie wieder weiter.

Es verging wieder einige Zeit, dann erhielten die Adoptanten von Marnie Sichtungen aus Flammersfeld bei Altenkirchen. In diesem Bereich hielt sie sich eine Zeit lang auf und ein sogenannter „Hundeprofi“ und „professioneller Hundefänger“ versuchte Marnie mittels einer Lebendfalle zu sichern. In dieser Zeit war ich nicht vor Ort, da die Adoptanten das Messer auf mich geschliffen hatten. Der Besitzer konnte es einfach nicht mit seinem Ego vereinbaren, dass „sein“ Hund sich mir genähert hatte. Es ist bedauerlich, wenn das Ego dem Wohl des Tieres im Wege steht…

MarnieKurze Zeit später zog Marnie von dort aus nach Aegidienberg/Himberg. Von dort erhielten wir etliche Sichtungen und ich traf vor Ort viele liebe und hilfsbereite Menschen. Simone B. vom K9-Suchhundezentrum durchkämmte mit mir das Gebiet um ein ehemaliges Hotel, wo sie selbst Marnie angetroffen hatte und machte mich mit der Gegend vertraut. Siliva B. fuhr mit mir Streife und stand mir nicht nur als Fütterin sondern auch bei der Suche tatkräftig zur Seite. Stefanie S. umrundete mit mir den Himberger See und zeigte mir mögliche Unterschlüpfe für Marnie. Wir gingen die Straße entlang und plötzlich huschte Marnie aus einer Einfahrt hinter uns heraus. Stefanie und ich blieben wir angewurzelt stehen. Marnie überquerte die Straße hinter uns und lief dann vor uns. Stefanie drehte sich geistesgegenwärtig um und schaute in die andere Richtung um für Marnie nicht bedrohlich zu wirken. Diese blieb stehen und schaute mich eindringlich an. Sie kam ein paar Schritte auf mich zu, wandte den Blick keine Sekunde von mir ab. Dann drehte sie sich um und ging langsam vor mir her. Sie flüchtete nicht, sie ging gemächlich. Ich folgte ihr und sie sah sich immer wieder um, jedoch nicht panisch, sondern mehr auf eine Art als wolle sie sich vergewissern, dass ich noch da bin. Dann kam ein leider Mann aus einer Einfahrt und sie geriet in Panik und rannte los, quer über eine Hauptstraße und einen Kreisverkehr, ein Mercedes machte eine Vollbremsung und erwischte sie fast. Ich musste schreien vor lauter Angst um sie und schlug die Hände vor den Mund. In dem Moment kam sie zurück auf mich zu. Ich kniete mich hin und sie kam zu mir und nahm Leckerchen aus meiner Hand. Dann donnerte ein Lkw an uns vorbei und sie lief erschrocken fort.

Der Adoptant tauchte am darauffolgenden Wochenende dort auf und Marnie verschwand. Sie versuchte stets möglichst viel Distanz zwischen sich und diesen Menschen zu bringen und so verschlug es sie nach Rahms/Strauscheid. Dort richteten wir eine Futterstelle im Garten von Familie H. ein. Zwei weitere Helfer, Michi und Tom, hielten dort fleißig Wache und fütterten Marnie. Wir erhielten von dem Adoptanten die Anweisung zu versuchen Marnie in den Garten zu locken und das Tor hinter hier zu schließen. So versuchten wir es, jedoch riss die am Tor präparierte Schnur und durch das Eis auf dem Boden nahm Marnie die Schritte von Frau H. wahr und floh. Wieder ein gescheiterter Versuch… Uns wurde immer bewusster, dass wir diesen Hund völlig unterschätzt hatten.

Wieder hörten wir eine Weile nichts von ihr bis ich einen Anruf von der Margaretenhöhe bekam. Ich erschrak, weil ich dort von Aegidienberg immer Heim gefahren war. Ich fuhr sofort hin und sprach in Gedanken immer weiter mit ihr… Ich flehte sie an endlich nach Hause zu kommen und versprach ihr, dass ich mich um sie kümmern würde und ihr nie wieder etwas Böses geschehen würde. Einige Tage lang geschah nichts, bis einen Tag vor Karneval im Februar. Eine Sichtung aus Niederdollendorf. Ich konnte es nicht fassen, wieder ein Ort auf meinem Nachhauseweg, an dem ich zuvor noch Plakate aufgehängt hatte und dann noch so nah an meinem Zuhause!

Doch was mich endgültig an meinem logischen Menschenverstand zweifeln ließ, war der Anruf den ich einen Tag nach Weiberfastnacht bekam. Ich stoße seit Jahren mit meinen Freunden in der gleichen Kneipe in Beuel auf die 5. Jahreszeit an, verließ die Lokalität aber vergleichsweise recht früh. Am nächsten Morgen sagte man mir am Telefon man hätte Marnie genau vor diesem Lokal sitzen sehen. Ich fiel aus allen Wolken! Just in diesem Moment rief mich meine Bekannte Andrea B. aus Geislar an mit den Worten „Anna, ich weiß es klingt verrückt, aber ich glaube ich habe gerade deinen Hund in meiner Einfahrt gesehen!“ Sofort zogen wir los und plakatierten ganz Beuel, Geislar, Meindorf und alle umliegenden Orte mit Suchplakaten. Marnie kam am 7. Februar 2015 nach Beuel, meinem Heimatort, und sie blieb. An jedem anderen Ort zog sie nach spätestens einer Woche weiter, doch hier nicht. Wir hatten zwei Futterstellen, eine am Kardinal-Frings-Gymnasium in Beuel und eine in Geislar, denn das war ihr bevorzugtes Laufgebiet; städtisch und eher ländlich im Wechsel. Jeden Tag zur gleichen Uhrzeit brachte ich ihr Futter dorthin und oft spürte ich ihre Anwesenheit. Oft sah ich einen Schatten hinter mir her huschen oder verspürte einfach dieses Gefühl wenn sich die Nackenhärchen hochstellen, weil man ein paar Augen im Rücken spürt. Ich war immer ein sehr rational denkender Mensch, doch ich musste lernen genau dieses Gefühl, diese Verbindung zu Marnie, zu nutzen. Von unserer 1. Vorsitzenden Maribel Beltrán holte ich mir zahlreiche Tipps, wie ich meine Instinkte und Intuitionen besser lenken konnte – und es funktionierte!

Sobald ich dieses Gefühl in meinem Bauch bekam und mir eine Straße oder ein Ort in den Kopf schoss, setzte ich mich in mein Auto und fuhr los. Und in 90% der Fälle traf ich Marnie genau dort an. Oft tauchte sie aus dem Nichts auf und sah mich intensiv an. Sie wusste mittlerweile, dass ich keine Gefahr im engeren Sinne bedeutete, sondern ihr Futter brachte. Auch mein Auto kannte sie nach einer Weile. Einmal kreuzte sie sogar die Straße und kam genau auf mein parkendes Auto zu. Ich stieg aus und sie sah mich mit ihren wunderschönen Augen an und setzte sich circa 30cm von mir entfernt hin und sah mich einfach nur an. Das war einer der intensivsten Momente zwischen uns. Ich sah sie an und ich sagte ihr „Alles wird gut!“ Leider kam ein junger Mann um die Ecke gejoggt und sie geriet wie üblich in Panik und rannte wieder fort in die Dunkelheit.

Wir starteten einige Versuche sie an der Futterstelle am KFG zu fangen, investierten sogar eine immense Menge Geld in eine Netzpistole, doch nichts half.
Aufgrund der schlechten Erfahrungen, die wir mit dem von den Adoptanten engagierten „Hundefänger“ gemacht hatten, scheuten wir uns davor einen anderen, doch renommierten, Helfer ins Boot zu holen: Heino Krannich. Doch schlussendlich sahen wir ein, dass dieser Mann unsere letzte Chance war.
Viele Leute versuchten auf eigene Faust, wider besseren Wissens, Marnie selbst einzufangen und trieben Marnie so mehr und mehr aus Beuel heraus. Sie zog nun zwar immer engere Kreise um mein Haus, doch die Zeit drängte. Wir hatten Angst, sie könne abwandern, da immer mehr Leute nunmehr versuchten diesen „berühmt“ gewordenen Hund als eigene Trophäe zu fangen.

Nach einigen Telefonaten machte sich Heino Krannich auf den Weg zu uns. Er sagte, er bräuchte ein Team von Leuten, die flexibel seien und denen ich voll und ganz vertraue. Sofort wusste ich, wen ich anzurufen hatte: Sabine und Nadine D. aus Wermelskirchen, die uns stets zur Seite standen und sich mit uns unermüdlich auf der Suche nach Marnie die Nächte und Wochenenden um die Ohren geschlagen haben. Doch wie der Teufel es so wollte erschien Marnie genau ab dem Tag an dem Heino ansaß nicht mehr an der Futterstelle. Mehrere Tage warteten wir, doch nichts geschah. Heino zog wieder ab und kaum 2 Stunden später erreichte mich eine Sichtung von der Futterstelle. Es war zum Haare raufen!
Wir richteten gemeinsam mit Sabine K. und Anja K. und der ständigen Unterstützung von Brigitte M. eine neue Futterstelle in der Beueler Rheinaue am Hariboschiff ein und bestellten Heino ein zweites Mal runter. Wieder geschah nichts, die Tage verstrichen ergebnislos. Anstatt in Beuel aufzutauchen entschied Marnie sich ihre Freizeit in Meindorf bei Familie P. und dem dort lecker aufgetischten Pansen zu verbringen. Es
war, als habe sie es im Gespür gehabt, wenn Heino hier war. Ein zweites Mal fuhr er ergebnislos heim. Die Verzweiflung war uns allen ins Gesicht geschrieben und die 7 Monate Suche hatte bei uns allen Spuren hinterlassen…
Bei jeder folgenden Sichtung fuhr ich los, bewaffnet mit Bratwurst und wanderte durch die Rheinaue. Jedes Mal sagte ich „Missy, es wird langsam Zeit sich zu zeigen.“ Und jedes einzelne Mal erschien sie just in dem Moment. Es hatte etwas Magisches an sich… Ich setzte mich ins Gras und fütterte sie so lange bis mein Vorrat für den Tag erschöpft war. Dann ließ ich sie wieder von dannen ziehen. Dies war unsere letzte Chance: Marnie musste Vertrauen zu mir aufbauen und sicher auftauchen wenn ich kam, damit Heino die Möglichkeit hatte sie zu betäuben.

Ein drittes Mal rückte Heino aus und es geschah exakt dasselbe wie die Male zuvor. Marnie tauchte anstatt in Beuel in Meindorf auf. Wir änderten den Plan und platzierten uns bei Familie P. in Meindorf. Heino legte sich am Küchenfenster auf die Lauer, mein Vater bezog Position im Wohnwagen der Familie und Guido, der Kopf der Familie, versteckte sich im Auto um Bescheid geben zu können falls Marnie auftauchte, immer mit dem Walkie Talkie in der Hand an dessen anderem Ende Babsi, seine Frau, vom Haus aus die Lage im Blick behielt. Die ganze Nacht verbrachten sie so, nur Marnie tauchte nicht auf. Die dachte sich „Och, wenn der gute Heino heute in Meindorf verweilt, na dann kann ich ja zurück nach Beuel in die Rheinaue!“ und so geschah es. Sie fraß sich in Beuel satt, während in Meindorf alles auf sie wartete. Heino entschied sich dann dazu an der Futterstelle in Beuel 20-Stunden-Schichten zu abolvieren.

An dem Sonntag, dem 14. Juni, der Tag an dem die Schießgenehmigung auslief, erhielt ich um 6:15 Uhr einen Anruf aus der Rheinaue, ein Mann hatte Marnie gesehen. Sofort gab ich Heino Bescheid und keine 2 Minuten später klingelte mein Handy, Heino war dran und brüllte mir nur ins Ohr: „Ich hab sie! Ausrücken! Ausrücken!!“ ENDLICH! Heino hatte sie geschossen, der Betäubungspfeil hatte getroffen! Jetzt galt es nur noch sie zu finden. Mein Vater und ich spurteten los in seine Richtung und auch Guido und Babsi machten sich sofort auf den Weg um uns bei der Suche zu unterstützen. Bei Heino angekommen wollten wir uns gerade zum Suchen aufmachen, als genau der Mann, der mir zuvor die Sichtung mitgeteilt hatte auf uns zu kam und sagte „Da hinten liegt Ihr Hund!“ Was für eine Erlösung! Kein langes Suchen im Gestrüpp und in den Büschen, keine bangen Minuten oder Stunden! Wir folgten ihm und schon von weitem sah ich sie dort auf der Seite liegen. Die Last, die in diesem Moment von meinen Schultern fiel kann ich mit Worten nicht beschreiben… Es war als hätte ich nach 7 Monaten das erste Mal wieder atmen können.

Wenn ich jetzt neben mich aufs Bett schaue und Marnie dort friedlich schlafend liegen sehe, als wäre nie irgendetwas gewesen, dann glaube ich noch fester als vorher daran, dass Hunde sich ihre Menschen aussuchen und stets in unser Leben treten um uns etwas zu lehren. Marnie hat mich gelehrt geduldig zu sein und die Hoffnung nie aufzugeben und trotz riesiger Steine, die mir und uns in den Weg gelegt wurden, trotz Anfeindungen und Beleidigungen seitens Außenstehender nie den Glauben an mich selbst zu verlieren. Sie hat mir gezeigt wie stark ich bin und sie hat mich viele liebe Menschen kennen und schätzen lernen lassen.

Ich danke von Herzen allen Helfern und Sichtungsmeldern und kann euch sagen: Marnie ist angekommen!


Heute ist diese harte Zeit der Suche nach Marnie Gott sei Dank nur noch eine Erinnerung! Marnie, die wie kein zweiter Hund zum Sinnbild unseres Vereinsmottos „Ich kann nicht alle Hunde dieser Welt retten – aber ich kann die ganze Welt eines Hundes retten!“, ist bei ihren Menschen angekommen.

Wie sehr, zeigen die folgenden Bilder besser und eindrucksvoller als jede Beschreibung!

 

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Es wird wohl noch viele Monate, wahrscheinlich weit mehr als ein Jahr, dauern, bis sich unser kleiner Verein von den finanziellen Belastungen erholt hat, die die Suche nach Marnie gefordert haben und die nicht einmal die Kosten enthalten, die den Mitgliedern des Suchteams entstanden sind. Hier hoffen wir auf die Hilfe und Unterstützung unserer Freunde und Gönner, denn trotz aller Flohmärkte, Verkaufsaktionen und sonstigen Aktionen, die unsere Mitglieder seit einigen Wochen durchführen, wird der Betrag von fast 8.000 €, der zu Lasten des Vereins geht, so bald nicht ausgeglichen werden können. Insbesondere da wir auch weiterhin unsere Auffangstation bei Málaga unterstützen wollen und müssen, auf der auch heute noch mehr als 80 Hunde auf ihre Menschen warten.

Aber auch diese Hürde werden wir schaffen, denn schließlich hat uns Marnie gezeigt, dass man mit Mut und Ausdauer jedes Ziel erreichen kann – und sein es noch so fern und anscheinend unerreichbar.

Nicht zuletzt danken wir allen Helfern und Unterstützern bei der langen Suche nach Marnie. Ohne sie wäre das „Happy End“ nicht möglich gewesen. Und wir sind glücklich, dass uns die harte Zeit der Suche nach Marnie neue Freunde gebracht hat! Menschen, die auch in tiefster Not und Verzweiflung zu uns gehalten haben – die uns Mut zum Weitermachen gegeben und manchmal auch getröstet haben und uns an unsere Aufgabe erinnert haben: Es mag ein langer Weg sein, aber „Ich kann die ganze Welt eines Hundes retten!“